Erstens: Ausschluss von Affekthandlungen und Abklärung der Wohlerwogenheit. Letzteres ist ein wichtiges Kriterium für die Gewährung von Freitodhilfe. Die mehrjährige Mitgliedschaft bei EXIT garantiert in gewissem Mass die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und Sterben und damit Selbstverantwortung und Wohlerwogenheit.
Zweitens: seriöse Beratung. Für EXIT ist die Freitodbhilfe der letzte Akt in einem Prozess der Beratung und Begleitung. Ein solcher Prozess braucht Zeit.
Drittens: Kapazitäten und Ressourcen unseres Selbsthilfevereins sind begrenzt. Das kurzfristige Eintreten auf Gesuche von Nicht-Mitgliedern ist arbeitsintensiv und zeitaufwändig. Die Bedürfnisse unserer teils langjährigen Mitglieder dürfen dabei nicht zu kurz kommen.
Trotzdem weiss EXIT, dass Menschen oft ganz unvermittelt und mitten im Leben vom schweren Schicksal getroffen werden. Der Vorstand hat deshalb folgende Lösung vorgesehen:
Für eine kostenlose Freitodbegleitung beträgt die minimale Mitgliedschaftsdauer drei Jahre. Für eine Begleitung von Personen, die weniger als drei Jahre EXIT-Mitglied sind, wird mindestens der Beitrag einer lebenslangen Mitgliedschaft (derzeit CHF 900.-) erhoben. Die langjährigen Mitglieder haben jedoch Vorrang.
Damit können Betroffene unter gewissen Bedingungen und bei vorhandener Kapazität auch kurzfristiger aufgenommen werden und den bestehenden Mitgliedern ist trotzdem recht getan.
Anfragen aus dem Ausland?
Die liberale Regelung der Sterbehilfe in der Schweiz hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass EXIT immer häufiger Anfragen von Menschen aus dem Ausland bekommen.
EXIT kann auf Menschen aus dem Ausland jedoch nicht helfen. Die Gründe:
- EXIT hilft grundsätzlich erst dann, wenn zweifelsfrei feststeht, dass die Voraussetzungen erfüllt sind. Eine seriöse Abklärung wäre bei einer Begleitung von Personen aus dem Ausland in den meisten Fällen nicht möglich.
- Eine Liberalisierung der Praxis gegenüber Ausländern würde die Mittel und Strukturen des schon im Inland stark gewachsenen Vereins überbeanspruchen.
- Eine Öffnung für Ausländer würde den Druck auf eine Liberalisierung der Gesetze in den europäischen Ländern reduzieren. Das liegt nicht im Interesse der Anliegen, die EXIT vertritt.




