EXIT-Mitgliederzahl auch 2025 deutlich gestiegen
EXIT Deutsche Schweiz hat im vergangenen Jahr einmal mehr einen Mitgliederzuwachs verzeichnet. Die Mitgliederzahl stieg gegenüber dem Vorjahr erneut um rund acht Prozent. Am 31.12.2025 zählte die grösste Selbstbestimmungsorganisation der Schweiz damit 195’836 Mitglieder, wie aus dem Leistungsbericht 2025 hervorgeht. Die Zahl der Freitodbegleitungen stieg ebenfalls an.
In der Schweiz ist das Thema Selbstbestimmung und die Option einer Freitodbegleitung vielen Menschen wichtig. Dies spiegelt sich in den Mitgliederzahlen wider. Seit Jahren gewinnt EXIT Deutsche Schweiz jährlich mehrere Tausend neue Mitglieder dazu. Diese Tendenz setzte sich auch zu Beginn des Jahres 2026 fort. Allein bis Ende Januar hat die Non-Profit-Organisation rund 2400 zusätzliche Mitglieder aufgenommen. Zudem machen aktuell rund 97'300 Mitglieder vom Angebot Gebrauch, bei EXIT ihre Patientenverfügung zu hinterlegen.
Im letzten Jahr haben sich 1421 Mitglieder dazu entschlossen, selbstbestimmt und begleitet von EXIT Deutsche Schweiz zu sterben. Gegenüber dem Vorjahr (1235) nahm die Zahl der schwer leidenden Menschen also deutlich zu, welche die Unterstützung einer EXIT-Begleitperson in Anspruch nahmen.
Im Jahr 2025 wurden bei 1783 Patientinnen und Patienten im Rahmen der Beratungen vertiefte Abklärungen für eine Freitodhilfe vorgenommen. Die Anzahl dieser sogenannten «Akteneröffnungen» stieg damit gegenüber 2024 (1549) und 2023 (1586) an.
Die steigende Zahl der Freitodbegleitungen ist unter anderem auf die immer älter werdende Gesellschaft zurückzuführen, die mit schwer einschränkenden Krankheiten oder Behinderungen konfrontiert ist. Das Durchschnittsalter der im Jahr 2025 begleiteten Menschen lag bei 80 Jahren und damit etwas höher als 2024 (79,5). Bei den Frauen stieg das Durchschnittsalter von 79,9 (2024) auf 80,6 und bei den Männern von 78,9 auf 79,2 Jahre. Wie schon seit vielen Jahren lassen sich mehr Frauen (818) als Männer (603) von EXIT in den Tod begleiten.
Krebs ist die häufigste Grunddiagnose
Die häufigsten Grunddiagnosen der EXIT-Mitglieder, die sich im letzten Jahr für eine Freitodbegleitung entschlossen haben, sind wie folgt: Bei 32 Prozent der Betroffenen lag ein schweres Krebsleiden vor, was 461 Begleitungen entspricht. Auch viele ältere Menschen mit multiplen Erkrankungen (Polymorbidität) wählten das selbstbestimmte Sterben mit EXIT. Im letzten Jahr waren das 326 Mitglieder gegenüber 205 im Vorjahr oder 23 Prozent aller Begleitungen. Bei 248 Mitgliedern war eine neurologische Erkrankung der Grund für den assistierten Suizid beziehungsweise 17 Prozent aller Begleitungen. Weiter haben sich 128 Mitglieder mit Schmerzerkrankungen für eine Freitodbegleitung mit EXIT entschieden, 2024 waren es 206 Personen.
Die grosse Mehrheit der schwerkranken Menschen können in ihren eigenen vier Wänden selbstbestimmt sterben. Auch 2025 fanden rund 75 Prozent der von EXIT unterstützten Freitodbegleitungen in privaten Räumlichkeiten statt. In Alters- und Pflegeheimen konnten 278 Bewohnende unterstützt von EXIT sterben, was 20 Prozent aller Begleitungen entspricht. EXIT setzt sich dafür ein, dass alle Spitäler sowie Alters- und Pflegeheime in der Schweiz Sterbehilfeorganisationen Zugang zu ihren Räumlichkeiten gewähren müssen. Das ist aktuell noch nicht der Fall und es kommt vor, dass Menschen unter Schmerzen ihr Zimmer/Zuhause verlassen müssen, um selbstbestimmt sterben zu können. Deshalb unterstützt EXIT namentlich die Volksinitiative «Selbstbestimmung auch im Heim», die eine längst überfällige Durchsetzung der Menschenrechte im Kanton Zürich fordert. Denn dort wird den Bewohnerinnen und Bewohnern von privaten Heimen sowie Patientinnen und Patienten in Spitälern seit Jahren das Recht verwehrt, selbst über Art und Zeitpunkt der Beendigung des eigenen Lebens zu entscheiden.