Für wen kommt eine Begleitung in Frage?

Das Recht, Art und Zeitpunkt des eigenen Sterbens zu bestimmen, kommt grundsätzlich allen Menschen in der Schweiz zu.

Konkret darf Freitodhilfe gewährt werden, wenn die sterbewillige Person

  • versteht, was sie tut (Urteilsfähigkeit)
  • nicht aus dem Affekt handelt und sämtliche Alternativen zum Freitod erwogen hat (Wohlerwogenheit)
  • einen dauerhaften Sterbewunsch hegt (Konstanz)
  • von Dritten nicht beeinflusst wird (Autonomie)
  • den Suizid eigenhändig ausführt (Tatherrschaft)

Theoretisch dürften also auch junge gesunde Menschen begleitet werden.

EXIT weiss aber um die hohe Verantwortung und hält sich daher bei den Abklärungen nicht nur an die obigen Voraussetzungen, die auf Schweizer Recht und Rechtsprechung basieren, sondern an zusätzliche Kriterien der EXIT-Statuten, interne Richtlinien und eine Vereinbarung mit dem EXIT-Standortkanton Zürich.

EXIT begleitet daher einzig Menschen

  • mit hoffnungsloser Prognose
  • oder mit unerträglichen Beschwerden
  • oder mit unzumutbarer Behinderung

EXIT begleitet nur Vereinsmitglieder. Diese müssen volljährig sein und Schweizer Bürgerrecht oder Wohnsitz in der Schweiz haben. Langjährige EXIT-Mitglieder haben Vorrang vor kurzfristig beigetretenen Vereinsmitgliedern.

Gemäss Bundesgericht können auch psychisch Leidende Hilfe beim Freitod in Anspruch nehmen, so lange sie bezüglich des Suizides urteilsfähig sind.

EXIT hilft in seltenen, sehr sorgfältig abgeklärten Fällen auch bei psychischen Leiden (wenige Male pro Jahr). Die Voraussetzungen sind aber hoch und umfassen u.a. zwei unabhängige (fach-)ärztliche Gutachten sowie möglicherweise eine Beurteilung der Ethikkommission von EXIT.

Immer mehr Menschen leiden an Demenzerkrankungen wie Alzheimer. Eine Freitod-Begleitung kommt nur im frühen Stadium bei Urteilsfähigkeit in Frage. Bei fortgeschrittener Erkrankung, wenn Demente nicht mehr urteilsfähig sind, kann EXIT sie nicht mehr begleiten. Eine im Frühstadium abgeschlossene EXIT-Patientenverfügung schützt sie aber bis zum Lebensende.

Eine EXIT-Sterbebegleitung erfordert zwingend ein ärztliches Rezept für das Sterbemedikament NaP.