Was ist eine Freitodbegleitung?

Wenn Menschen zu sehr leiden, ziehen sie manchmal das Sterben vor. EXIT unterstützt Mitglieder in ihrem Selbstbestimmungsrecht am Lebensende.

In der Schweiz ist Freitodhilfe legal, sofern sie nicht aus selbstsüchtigen Gründen erfolgt und gewisse weitere Bedingungen erfüllt (siehe nächste Unterseite: "Bedingungen: Für wen kommt eine Begleitung in Frage?").

Daher können EXIT-Mitglieder mit hoffnungsloser Prognose, unerträglichen Beschwerden oder unzumutbarer Behinderung unter gewissen weiteren Bedingungen eine Freitodbegleitung (Begleitung beim selbstbestimmten Sterben) anfordern. Eine EXIT-Freitodbegleiterin oder ein -Freitodbegleiter führt dann die notwendigen Abklärungen durch und unterstützt, falls nötig, bei der Beschaffung des erforderlichen ärztlichen Rezepts für das Sterbemittel Natrium-Pentobarbital (NaP).

Neben EXIT ist also stets ein Schweizer Arzt (meistens der Hausarzt des Sterbewilligen) als zusätzlicher, wichtiger Faktor in den Abklärungsprozess involviert (siehe Unterseite: "Wie läuft eine Freitodbegleitung ab?").

Das Angebot der EXIT-Freitodbegleitung wirkt oft suizidpräventiv. Die Gewissheit, im Notfall jederzeit einen Ausweg zu haben, lässt mehr als die Hälfte der ursprünglich Interessierten ihr Leiden bis zum natürlichen Tod weiter ertragen.

Und die EXIT-Freitodbegleitung verhindert, dass sich Menschen einsam, unter grossen Risiken und mit Gewalt das Leben nehmen.

Für eine kostenlose EXIT-Freitodbegleitung beträgt die minimale Mitgliedschaftsdauer drei Jahre. Für eine Begleitung von Personen, die weniger als drei Jahre EXIT-Mitglied sind, wird, je nach Dauer der Mitgliedschaft, ein Kostenanteil zwischen 1100 und 3700 Franken erhoben. Stellt nicht der Hausarzt das Rezept aus und wird ein Konsiliararzt vermittelt, fallen – unabhängig von der Mitgliedschaftsdauer – Kosten für diesen an.

In der Schweiz sind der Freitod und der Freitodversuch seit den 1890er-Jahren legal. Seit 1918 gilt das landesweit auch für die Hilfe dabei. Das aktuelle Gesetz datiert von 1942. Seit damals ist es legal, jemandem beim Freitod beizustehen, solange die Hilfeleistung nicht aus selbstsüchtigen Gründen erfolgt.