Wie läuft eine Freitodbegleitung ab?

Ein Mitglied, welches eine Freitodbegleitung in Betracht zieht, wendet sich - entweder persönlich oder über Angehörige - an die EXIT-Geschäftsstelle in Zürich. Im Gespräch mit einem EXIT-Mitarbeiter erfährt das Mitglied, welche Dokumente es in einem ersten Schritt vom Hausarzt oder einem anderen behandelnden Arzt einzuholen hat.

In der Regel nach Eingang der Dokumente besucht eine Freitodbegleiterin oder ein Freitodbegleiter das Mitglied und klärt im persönlichen Gespräch die Situation. Diese Beratungsgespräche - häufig in Anwesenheit von Angehörigen - dienen nicht nur der Überprüfung, ob alle notwendigen Kriterien erfüllt sind, sondern auch dazu, Anliegen, Fragen und Ängste zu thematisieren - sowie abzuklären, welche Alternativen zum Freitod sich dem Mitglied in seiner Situation bieten.

Äussert das Mitglied danach bekräftigend den Wunsch, alle Vorbereitungen für eine Freitodbegleitung einzuleiten, so ist das Ausstellen des zwingend notwendigen Rezeptes für das Sterbemittel NaP der nächste Schritt, sei es über den Hausarzt, einen anderen behandelnden Arzt oder nötigenfalls über einen durch EXIT vermittelten Konsiliararzt.

Sobald das ärztliche Rezept bei EXIT vorliegt und alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, löst EXIT das Rezept ein und lagert das Medikament sicher. Ab diesem Moment kann die sterbewillige Person entscheiden, ob und wann sie eine Freitodbegleitung in Anspruch nehmen möchte.

An dem vom Mitglied festgelegten Termin und in dem von diesem definierten Rahmen- zumeist in Anwesenheit von Angehörigen oder Freunden - wird ihm das Medikament in seinem Zuhause durch die Freitodbegleiterin überbracht.

Sie nimmt sich Zeit und schafft gemäss den Wünschen des Mitglieds eine würdige Stimmung.

Bedingung für jede Freitodbegleitung ist, dass der sterbewillige Mensch den letzten Schritt – das Trinken des in Wasser aufgelösten Medikaments oder das Öffnen des Infusionshahns – selber vornehmen kann (Tatherrschaft) und dass auch noch im Moment der Begleitung die Urteilsfähigkeit voll erhalten ist.

Der Sterbewillige kann den Vorgang bis hierhin jederzeit abbrechen.

Nach der Einnahme des Sterbemittels kann er sich von seinen Liebsten noch einmal verabschieden. An ihrer Seite, zumeist auf dem Bett liegend, verfällt er nach wenigen Minuten in einen Tiefschlaf und verlässt einige Zeit später diese Welt ohne jegliches Leiden oder Schmerzen. Der Tod tritt in tiefem, komatösen Schlaf ein durch Aussetzen der Atemimpulse und Herzstillstand.

Jeder Freitod, auch ein von EXIT begleiteter, gilt für die Behörden als so genannter "aussergewöhnlicher Todesfall". Deshalb muss nach Feststellung des Todes die Polizei benachrichtigt werden.

Diese erscheint, in der Regel in Begleitung eines Amtsarztes und evt. eines Staatsanwalts, zur so genannten Legalinspektion. Dabei wird geprüft, ob alles im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften abgelaufen ist.

Die EXIT-Freitodbegleiterin übernimmt die Benachrichtigung der Polizei, bleibt vor Ort und unterstützt die anwesenden Angehörigen im Umgang mit den Behörden bis zum Abschluss der Überprüfungen.

Wer mehr erfahren möchte, sei auf die Haupt-Informations-Broschüre von EXIT verwiesen.