Der Altersfreitod unter der Lupe

05.06.2017

An der kommenden Generalversammlung von EXIT vom 17. Juni ist das Thema Altersfreitod traktandiert. Bereits haben mehrere Medien darüber berichtet. Das wichtigste zum Thema in Kürze.

Beim so genannten Altersfreitod geht es um die vereinfachte Abgabe des Sterbemedikaments Natrium-Pentobarbital an urteilsfähige betagte Menschen. In den vergangenen Jahren hat sich EXIT intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt.

EXIT engagiert sich seit 2014 gemäss der statutarischen Auflage und seit der Statutenänderung für den Altersfreitod. Der Verein setzt sich damit auch dafür ein, dass betagte Menschen einen erleichterten Zugang zum Sterbemittel haben sollten. Was versteht EXIT konkret darunter? Selbstverständlich braucht es auch bei vereinfachter Abgabe weiterhin das Vorhandensein der Urteilsfähigkeit sowie einen wohlerwogenen, dauerhaften und autonomen Sterbewunsch. In Bezug auf die Krankheitsdiagnose ist aber kein schwerstes oder zum Tode führendes Leiden erforderlich. Vielmehr genügen eine Vielzahl an Gebresten und Gebrechen, die für sich alleine gesehen zwar nicht tödlich sind, aber in ihrer Gesamtheit für die betroffene Person die Lebensqualität unzumutbar beeinträchtigen. Neben rein medizinischen Diagnosen finden auch psychosoziale Faktoren bei der Beurteilung der Lebensqualität ihren berechtigten Platz.

In Artikeln im EXIT-Mitgliedermagazin, mit Hinweisen in Medienauskünften und Lobbying versucht EXIT, den Altersfreitod zu enttabuisieren und dadurch die Grundlage für eine gegenüber heute weitergehende Liberalisierung zu schaffen. Eine ganz wesentliche Rolle spielen dabei die Ärztinnen und Ärzte. Sie sind es ja letztlich auch, welche das Rezept für das Sterbemittel ausstellen. EXIT baut daher derzeit ein spezielles Angebot für die frei praktizierende Ärzteschaft auf. Ziel ist, grundlegendes Wissen über organisierte Suizidhilfe zu vermitteln. Im Rahmen des Projekts „Information Ärzteschaft“ werden ab diesem Sommer erstens Weiterbildungen für Ärztinnen und Ärzte angeboten, zweitens eine Auskunftsstelle ins Leben gerufen und drittens Lobbyarbeit bei ärztlichen Gremien und Standesorganisationen gemacht. (JW)