Rolf Sigg: EXIT-Pionier stirbt 100-jährig

10.11.2017

Der Lebenskreis einer ausserordentlichen Persönlichkeit hat sich nach über 100 Jahren geschlossen: Rolf Sigg – Pfarrer, Psychologe und Pionier der Sterbehilfe – stand couragiert ein für die Selbstbestimmung bis ans Lebensende.

Der Mitgründer von EXIT machte sich als Vizepräsident und später viele Jahre als Geschäftsführer für die Selbstbestimmung im Leben und im Sterben stark. Gegen alle Widerstände verhalf der Sterbehilfe-Pionier dem selbstbestimmten Sterben in der Schweiz Mitte der Achtzigerjahre zum Durchbruch.

Rolf Sigg war der erste, der in der Schweiz medikamentös unterstützte Freitodhilfe durchführte. Damit öffnete er der Sterbehilfe die Tür von der risikobehafteten Heimlichkeit zu einer transparenten und kontrollierbaren Praxis. Auch gelang es ihm während seiner Amtszeit, die Mitgliederzahlen des Selbstbestimmungsvereins markant zu erhöhen. Als Fachperson erkannte er früh die Bedeutung von Palliative Care und gründete die EXIT-Stiftung palliacura. Sein mutiges Wirken trug zu einem entscheidenden Umdenken im Gesundheitswesen und in der Gesellschaft bei. Im Jahr 2012 gewann er den renommierten Schweizer Prix-Courage-Publikumspreis.

Der 100-Jährige verstarb bereits Mitte September, Ende Oktober nahm der Familien- und Freundeskreis in Zürich Abschied. Die öffentliche Bekanntmachung seines Todes erfolgt auf Wunsch der Witwe erst heute. Im Namen von über 100‘000 Mitgliedern spricht EXIT den Angehörigen des Verstorbenen Dank und Beileid aus.